
Am Sonntag, dem 15.03. empfing die erste Mannschaft in einem Heimspiel die Gäste vom SV Turm Lahnstein. Turm Lahnstein lag vor dem Mannschaftskampf einen Punkt sowie einen Platz hinter uns. Da in dieser Saison voraussichtlich drei Absteiger in unserer Liga feststehen, sollte sich in diesem Spiel auch schon abzeichnen, welche der Mannschaften gegen den Abstieg spielen würden.
Auf dem Papier war Lahnstein leicht favorisiert. Unsere Strategie war im Groben, die Partien an den vorderen Brettern zu remis zu halten und an den hinteren Brettern die Punkte zu holen. Sollte uns das gelingen ? Abwarten.
Pünktlich um 10 Uhr gings an die Bretter und lange Zeit passierte nichts.
Als erstes viel bei Jonas an Brett 5 die Entscheidung. In einer recht einseitigen Partie hatte er der englischen Eröffnung seines Gegners nicht viel entgegenzusetzen und kam mit Positionsnachteil aus der Eröffnung, welcher schließlich in einem verlorernen Endspiel mündete. 0:1
An Brett 7 öffnete Manfred ebenfalls gegen die englische Eröffnung einen Zug zu früh mit dem eigentlich thematischen Vorstoß d5 das Zentrum. Es kam just der Gegenschlag mit d4, was Manfred einige Züge später einen Bauern kostete. Diesen isolierten Freibauern konnte Manfred jedoch mit seinem Springer auf dem Feld d6 sowie der Dame und dem Turm auf der siebten Reihe blockieren, was den Gegner wohl derart demoralisierte, dass dieser Remis anbot, was Manfred mit inzwischen wenig Zeit auf der Uhr gerne annahm. 0,5:1,5
An Brett 4 entwickelte sich bei Matthias die Partie zunächst in eine gute Richtung, bald musste er jedoch seiner Erkältung Tribut zollen und konnte zwei Chancen, die der Gegner ihm bot, nicht nutzen. Wie es oft so ist, kippte die Partie anschließend und ging für ihn verloren. 0,5:2,5
An Brett 2 hatte sich Karo aus der Eröffnung heraus eine aussichtsreiche Stellung erspielt. Durch einen Fehler verlor sie jedoch die Qualität, was die Stellung nicht verkraftete und verloren ging. 0,5:3,5
Das sah nicht gut aus. Jetzt mussten Siege her. Und sie kamen auch.
An Brett 6 war es zunächst an Gerhard, das Ergebnis zu verkürzen. Nach 20 Zügen und Abtausch in der slawischen Verteidigung war er als Weißer mit seiner Stellung ganz zufrieden. Seine Türme drangen in die gegnerische Stellung ein und er konnte diese sogar auf der siebten Reihe verdoppeln. Durch Angriff auf den b- und den f-Bauern des Gegners wäre bei optimaler Verteidigung des Gegners ein gegnerischer Bauer verloren gegangen. Da der Gegner jedoch nicht optimal verteidigte, verlor er sowohl den f- als auch den b-Bauern, wonach die Stellung durch gute Technik für Gerhard gewonnen war. 1,5:3,5
Yannick an Brett 8 besorgte mit weiß den nächsten Sieg. In seinem Alapin-Sizilianer spielte er eine Variante mit isoliertem d-Bauern, dafür aber mit freien weißen Figuren. Nach einem zweifelhaften Springerzug des Gegners nach a5 (Springer am Rand...usw.) konnte Yannick die Stellung im Zentrum öffnen und einen Angriff starten. Mit einem Opfer hätte er eine Figur gewinnen können, wickelte allerdings in ein gewonnenes Endspiel ab, welches er mit guter Technik nach knapp 60 Zügen auch sicher nach Hause fuhr. 2,5:3,5
Schließlich sorgte Andre an Brett 1 für den Ausgleich. In einer standardmäßigen Caro-Kann-Hauptvariante fand er sich nach gutem Spiel des Gegners zunächst in einer katastrophalen Stellung wider: Offener König, schlechte Bauernstruktur, passive Figuren. Nachdem der Gegner in der entscheidenden Stellung einen taktischen Schlag ausließ, kam er in ein für Andre immer noch schlechteres Endspiel, wonach der Gegner jedoch schlecht weiterspielte und Andre nach einer 10-zügigen Königsreise mit seinem König einen Figurengewinn auf e1 erzwingen und die Partie gewinnen konnte. 3,5:3,5
Zuletzt musste in der letzten Partie Mannschaftsführer Daniel ein schlechteres Endspiel verteidigen. In einer Standard-Variante im geschlossenen Spanisch konnte er mit schwarz zunächst ausgleichen, geriet anschließend jedoch in der zunehmend taktischer werdenden Partie auf Abwege, was letztlich einen Bauern kostete. Durch aktives Figurenspiel war die Stellung jedoch im dynamischen Gleichgewicht, wodurch schwarz schließlich in ein remis-Turmendspiel abwickeln und dieses nach längerer Verteidigung halten konnte. Somit Endstand 4:4
Alles in allem ein gutes Ergebnis, da wir mit einem Unentschieden gut bedient waren und mehrere Partien in eine für uns unvorteilhafte Richtung hätten gehen können.
Am 12.04. geht es mit einem Auswärtsspiel gegen die Schachfreunde Heidesheim weiter und auch hier hoffen wir, wichtige Punkte für den Klassernerhalt zu sammeln.
(Daniel Kuhn)


